E-Zigaretten und Rauchstopp: Was der Cochrane-Review 2026 zeigt

|Kenan Sagir
Symbolillustration zur Studienauswertung: Lupe auf Forschungsunterlagen, Mikroskop und abstrakte Diagramme.

Forschung · Stand: 12. September 2026

Am 26. August 2026 hat Cochrane seine systematische Übersicht zu E-Zigaretten und Rauchstopp aktualisiert. Sie berücksichtigt Studienrecherchen bis zum 1. Januar 2026. Die zentrale Frage bleibt: Was belegt die Forschung zur Entwöhnung – und was sagt sie über die Gesundheit aus? Zum vollständigen Review.

Was die neue Übersicht untersucht

Der Review umfasst 80 randomisierte Studien mit 29.861 Teilnehmenden. Untersucht wurde unter anderem, ob Menschen mindestens sechs Monate lang keine Tabakzigaretten mehr rauchten. Nikotinhaltige E-Zigaretten erhöhten die Rauchstoppquoten gegenüber den untersuchten Nikotinersatztherapien; die Evidenz dafür bewertet Cochrane als hoch. Gegenüber E-Zigaretten ohne Nikotin ist die Aussage weniger sicher. Das ist ein Ergebnis zu konkreten Studienvergleichen, keine Rangliste für jede Person oder jede Behandlungssituation. Methoden und Ergebnisse des Reviews.

Rauchfrei bedeutet nicht automatisch nikotinfrei

Wer mit Tabakzigaretten aufhört, kann weiterhin Nikotin konsumieren. Rauchabstinenz, Nikotinabstinenz und gesundheitliche Sicherheit sind deshalb unterschiedliche Fragen. Die vorliegenden Rauchstoppstudien beantworten nicht automatisch alle drei. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse waren in den Studien selten; für eine umfassende Bewertung der Sicherheit sind längere und größere Studien nötig. Cochrane grenzt seine Schlussfolgerungen ausdrücklich von Menschen ab, die nie geraucht haben. Einordnung der Autoren.

Für das Lesen von Gesundheitsmeldungen hilft eine einfache Prüfung: Welcher Erfolg wurde überhaupt gemessen, über welchen Zeitraum und bei welcher Gruppe? Eine Überschrift über einen erfolgreichen Rauchstopp beschreibt zunächst diesen untersuchten Endpunkt. Daraus eine Aussage über jahrzehntelange Unbedenklichkeit abzuleiten, wäre ein zusätzlicher Schluss, für den eigene Daten nötig sind.

Welche gesundheitlichen Fragen offenbleiben

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass beim üblichen Gebrauch im Aerosol häufig geringere Mengen vieler schädlicher Stoffe vorkommen als im Tabakrauch. Trotzdem enthält es gesundheitlich bedenkliche Substanzen. Zusammensetzung und Belastung hängen unter anderem vom Liquid, dem Gerät und der Nutzung ab. Das BfR betont außerdem die unzureichende Kenntnis langfristiger Folgen. Auch nikotinfreie Liquids sind deshalb nicht automatisch unbedenklich. BfR-Fragen und Antworten, Stand 8. April 2025.

Nikotin kann abhängig machen. Das BfR empfiehlt grundsätzlich, auf E-Zigaretten zu verzichten. Diese Risikobewertung ist auch dann relevant, wenn eine Studie einen Vorteil bei einem bestimmten Entwöhnungsziel findet. Quelle: BfR.

Wie die Ergebnisse für Deutschland einzuordnen sind

Gesundheitsstellen gewichten den Einsatz zur Entwöhnung unterschiedlich. Der britische NHS beschreibt E-Zigaretten als mögliche Rauchstopphilfe für Rauchende, warnt aber vor ungeklärten Langzeitrisiken und empfiehlt sie Nichtrauchenden nicht. Das deutsche Gesundheitsportal gesund.bund.de empfiehlt E-Zigaretten nicht zur Raucherentwöhnung und verweist auf medizinisch begleitete Angebote. NHS, Seitenstand 15. Juli 2026; gesund.bund.de, Stand 21. Juli 2026.

Für erwachsene Rauchende ist daher eine Beratung zu den verfügbaren Entwöhnungsmöglichkeiten sinnvoll. Unterstützung bieten Arztpraxen und Beratungsstellen; Informationen gibt es über das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit. Die konkrete Behandlung richtet sich nach der persönlichen Situation. Ein Nachrichtenbeitrag kann Forschung erklären, aber diese Auswahl nicht individuell treffen. Die Ergebnisse bieten Menschen, die bisher weder rauchen noch dampfen, keinen Anlass, mit dem Konsum zu beginnen. Hilfen zum Rauchstopp bei gesund.bund.de.

Quellen

Titelbild: KI-generierte Symbolillustration. Redaktioneller Quellenstand: 12. September 2026.